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Was ist ein Schlaganfall? Jeder Schlaganfall ist ein Notfall: “Time is Brain-Zeit ist Hirn”.

Das heißt je schneller Helfer reagieren und den Patienten einer sachgerechten Versorgung zuführen, umso eher kann der Schaden minimiert werden. Zögern Sie also nicht, sofort beim Auftreten der Symptome eines Schlaganfalls bei Ihnen oder einer anderen Person sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112 zu alarmieren!


Themen Videothek Schlaganfall.

Wir bedanken uns bei den jeweiligen YouTube Kanalbetreibern für diese Videosequenzen. Es ermöglicht uns einen medialen Querschnitt über das Thema “Schlaganfall” aufzuzeigen.


Was passiert bei einem Schlaganfall im Körper?

Ein Schlaganfall ist eine mehr als 24 Stunden anhaltende Störung der Gehirnfunktion aufgrund einer plötzlichen Minderversorgung eines Hirnbereichs mit Blut. Das bedeutet: Die grauen Zellen in einem bestimmten Gehirnbereich erhalten nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Sie drohen daher abzusterben.

Je nachdem wie stark und wie lange die Durchblutung beeinträchtigt ist, kann das betroffene Gehirnareal seine Aufgabe entweder vorläufig oder dauerhaft nicht mehr erfüllen. Die sicht- oder spürbaren Folgen der beeinträchtigten Gehirnfunktion können zum Beispiel Probleme beim Sprechen, Lähmungenvon Gliedmaßen, ein hängender Mundwinkel oder Sehstörungen sein.

Verschwinden diese Ausfälle sehr rasch oder zumindest innerhalb von 24 Stunden wieder, sprachen Mediziner bis vor kurzem gerne von einer vorübergehenden (transistorischen) ischämischen Attacke (TIA).

Man sollte aber auf keinen Fall abwarten, sondern auch bei einer TIA umgehend den Rettungsdienst oder einen Arzt alarmieren: Das Risiko für einen Schlaganfall ist nach einer TIA deutlich erhöht. Um Schlimmeres möglichst zu vermeiden, sollten Betroffene ebenso wie Patienten mit Schlaganfall rasch in ärztliche Behandlung.

Für die Störung der Durchblutung des Gehirns gibt es zwei Hauptursachen: In etwa 80 Prozent der Fälle sind Blutgefäße “verstopft”, beispielsweise durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Embolus) oder aufgrund einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Dies bezeichnet man als ischämischen Schlaganfall. Seltener ist der Schlaganfall durch eine Blutung im Gehirn verursacht (hämorrhagischer Schlaganfall).


Zahlen und Fakten.

In Deutschland erleiden etwa 260.000 Menschen pro Jahr erstmals einen Schlaganfall. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen sind über 60 Jahre alt. Doch auch Jüngere kann es treffen: Laut Schätzungen treten etwa fünf bis zehn Prozent der Schlaganfälle bei unter 50-Jährigen auf. Selbst Neugeborene und Kinder können einen Schlaganfall erleiden


Symptome: Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Ein Schlaganfall kann – je nach betroffenem Gehirnareal und Schweregrad – ganz unterschiedliche Symptome zur Folge haben. Während beim einen ausschließlich der Mundwinkel etwas hängt, kann der andere schlagartig nicht mehr sprechen, sieht nichts mehr oder kann Arm und/oder Bein nicht mehr bewegen.

Neben Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Sehstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühlen, die typischerweise nur eine Körperhälfte betreffen, können auch ein plötzlich einsetzender, starker Schwindel, Gangstörungen oder seltener starke Kopfschmerzen auftreten.


Wie erkenne ich einen Hirnschlag (Schlaganfall)?

  • Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung, meist nur auf einer Körperseite
  • Plötzliche Blindheit in einer Gesichtsfeldhälfte oder einem Auge, Doppelbilder
  • Plötzliche Sprechstörungen oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
  • Plötzlicher Drehschwindel, der das Gehen verunmöglicht
  • Plötzlich auftretende, sehr heftige Kopfschmerzen

Schlaganfall: Schnellcheck mit dem FAST-Test

Auch medizinisch nicht ausgebildete Personen können mit diesem Test schnell das Risiko überprüfen.
Der FAST-Test.  F=Face/Gesicht,  A=Arms/Arme,  S=Speech/Sprache,  T=Time/Zeit.

 

 


Der weibliche Schlaganfall.

Frauen erleiden – außer in der Altersgruppe der über 85jährigen – etwas seltener als Männer einen Schlaganfall. Aber sie sterben öfter daran. Dies wird auf verschiedene Ursachen zurückgeführt: So ist zum Beispiel das Erkrankungsalter im Durchschnitt höher, damit sind die Regenerationschancen geringer.

Auch die Symptome können bei Frauen anders ausfallen, so dass die Diagnose eventuell erst später gestellt wird. Aufgrund der höheren Lebenserwartung leben zudem viele ältere Frauen allein, so dass häufig zunächst niemand den Schlaganfall bemerkt.


Folgen eines Schlaganfalls.

Entscheidend, um die Folgen zu mildern, ist ein möglichst rascher Behandlungsbeginn. Bei mehr als der Hälfte der Personen, die einen Schlaganfall erleiden, ist nach einem Jahr noch eine Behinderung festzustellen.

Trotzdem leben laut den Ergebnissen einer Nachbefragung des Schlaganfallregisters Nordwest-Deutschland etwa 70 Prozent aller überlebenden Schlaganfall-  und TIA-Patienten drei Monate nach dem Ereignis relativ unabhängig zuhause.

An die akute Therapie im Krankenhaus schließt sich in der Regel eine Rehabilitation an. Für viele Schlaganfallpatienten heißt es nicht den Mut verlieren: Da das Gehirn auch bei Erwachsenen eine gewisse Plastizität besitzt, können sich die aufgetretenen Störungen und Behinderungen über Monate hinweg zurückbilden. Auch mehr als ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall lassen sich unter Umständen noch weitere Verbesserungen erreichen.

Eine verständlicherweise häufige Schlaganfallfolge ist auch die Depression. Hier gilt es frühzeitig mit Medikamenten, die depressive Symptome wirkungsvoll lindern helfen – sogenannten Antidepressiva – einzugreifen. Studien zeigen, dass eine frühzeitige Behandlung der Depression günstigere Voraussetzungen für eine Rehabilitation schafft
und damit das Behandlungsergebnis verbessert.

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